Gestatten: pritti wummen – wie alles begann…

So elendig und anstrengend Arbeitsbesprechungen sind, so kurzweilig sind sie. Pritti-Su und Pritti-Ga, die beiden Art-Direktorinnen tragen ein schweres Los. Nicht nur, dass sie sich ihren Lebensunterhalt verdienen müssen, nein sie sind auch noch gezwungen bis zu ihrem Tod auf Gedeih und Verderb immer „very pritti“ zu sein.
Jede auf ihre Art versteht sich. Zusammen sind sie jedoch ein eingespieltes Team, das, mit Verlaub gesagt, unschlagbar ist. Und als sie sich zu einer großen Agentur zusammenschlossen, war folgendes Gespräch zu belauschen:

Pritti Su: „Pritti-Ga, wir machen pritti wummen zusammen.“
Pritti-Ga sagte, sie verstünde nicht so ganz. „Was gibt es da nicht zu verstehen?“, fragte Pritti-Su. Pritti-Ga, so Pritti-Su weiter, sei genau die Richtige. Die Richtige für eine gemeinsame Agentur nur für Frauen.
„Hä?“, war von Pritti-Ga zu hören. „Langweile mich nicht mit Dummheit, du weißt genau wie ich, dass die Zeit mehr als reif ist für uns wummen.“, polterte Pritti-Su genervt.
Pritti-Ga stellte den Latte Macchiato auf den mit Swarovskisteinen verzierten Nierentisch ab und sagte: „Und was hast du dir vorgestellt Pritti-Su?“ Es sei nicht ihre Aufgabe sich etwas vorzustellen, antwortete Pritti-Su. Ab sofort stelle man sich nur noch gemeinsam etwas vor. „Noch ein Stückchen von der zarten Schoki?“, fragte Pritti-Ga.
Die Schokolade zerschmolz im Mund von Pritti-Su und an der krausen Stirn war zu sehen, sie denkt nach. „Was ist die Steigerung von genial? Ich meine, ich weiß, wir sind genial, doch diese Begrifflichkeit klingt so banal, also was ist die Steigerung?“ „Äh…“, stammelte Pritti-Ga. „Du enttäuschst mich Pritti-Ga, fällt dir denn so gar kein angemessenes Wort ein?“ Pritti-Su gönnte sich noch ein Stückchen Schokolade, die zartschmelzende versteht sich. Pritti-Ga verhält sich solidarisch und genießt auch die Zartschmelzende.

Hörmal, sagte Pritti-Ga, ich bin dabei. Zusammen mit ihrer Freundin genoß sie noch das eine und dann das andere Stück Schokolade und fragte dann: „Was genau wollen wir denn machen?“
„Wir machen alle pritti wummen glücklich. Kein Gezeter mehr mit den Kerlen, nur noch wir Weiber. Und wir nehmen uns alle Freiheiten.“
„Wirklich alle?“, fragte Pritti-Ga. „Alle.“ „Klingt interessant.“, sagte Pritti-Ga. „Interessant?“ „Ja.“ „Gut, sagte Pritti-Su, du machst das Gleiche wie ich, nur das wir es mit unseren Teams von jetzt an zusammen machen.““Du meinst du und ich mit allen prittis dieser Welt?“ „Yep.“ „Ok, wann fangen wir an?“, fragte Pritti-Ga. „Wir sind schon dabei. Wir analysieren, konzipieren, recherchieren, entwerfen und kreieren zuerst einmal unsere neue Agentur „pritti wummen“. Dann gehen wir an die Öffentlichkeit und wenn sich alle von der Schnappatmung erholt haben, dann nehmen wir unsere Arbeit auf.“, erwiderte Pritti-Su.
„Da brauchen wir dann schnell ein größeres Team.“, entgegnete Pritti-Ga. „Klar.“ „Wollen wir an die Börse?“, fragte Pritti-Ga unerschrocken. „Später.“ „Ok.“
„Und wenn uns keiner will?“, fragte Pritti-Ga. „Dann ist die Menschheit dümmer als ich dachte und das kann nicht sein.“, entgegnete Pritti-Su. „Obwohl…naja Pritti-Ga, du weißt ja selbst, nichts ist unmöglich.“ „Stimmt.“ Gegen die aufkommende, düsterne Stimmung half nur ein Stückchen Zartschmelzende, oder drei oder vier.

„Buchst du den Flug?“ „Was´n für…ach, wegen des Bankkontos! Cayman Islands?“, fragt Pritti-Ga. „Ach, ich weiß nicht, immer diese langen Flüge. Lass und erst einmal eins in Luxenburg eröffnen, die Caymans machen wir dann zu Jahreswechsel.“, raunte Pritti-Su.

„Wir sind jetzt also Großunternehmerinnen?“, fragte Pritti-Ga. „Ja.“ „Und unsere Männer?“, fragte Pritti-Ga zögerlich. „Die behalten wir erst einmal, man weiß ja nie.“, antwortete Pritti-Su.